Prof. Dr. Wolfgang Spohn

KK2: Einführung in die Erkenntnistheorie

Mo, 10:00 - 11:30 & Di, 10:00 - 11:30 in A702

Diese Veranstaltung wird jeweils nur im Wintersemester angeboten.

Pflichtveranstaltung für alle BA-Hauptfach-Studierenden im 1. Semester.

Diese Veranstaltung wird jeweils nur im Sommersemester angeboten.
Diese Veranstaltung ist verpflichtend für alle BA-Hauptfach-Studierenden im 2. Semester.

Diese Vorlesung ist verpflichtend für alle Bachelor-Studierenden im 2. Semester, fast verpflichtend für alle Studierenden des Lehramts Philosophie/Ethik nach der neuen Studien- und Prüfungsordnung und für alle anderen, auch für Studierende der Philosophie im Nebenfach sehr empfohlen. Sie soll eine elementare und breite Einführung in die Erkenntnistheorie liefern. Bei der Überfülle des Stoffs muss sie eine Auswahl treffen, die das Systematische bevorzugt, die Herkunft der Probleme und Theorien aber nicht vernachlässigen soll. Themen: (1) Die skeptische Herausforderung und ihre möglichen Antworten, (2) Wissenstheorien, (3) Arten und Quellen des Wissens, das Apriori und das Aposteriori, (4) Wahrnehmungstheorie: die Basis der Erkenntnis, (5) Begründung und Inferenz: das Induktionsproblem, (6) Subjektive Wahrscheinlichkeiten, (7) Glauben, Wissen und Wahrheit, (8) Inhalte des Glaubens und Wissens. Die Vorlesung wird von einem Tutorium begleitet. Leistungsnachweise gemäß der Bachelor- und Lehramtsstudien- und -prüfungsordnung sind in Form einer Klausur und einiger Hausaufgaben zu erbringen. Ab 1.4. finden Sie detailliertere Information in ILIAS.

Hausarbeit nicht möglich.

HS: Projektivismus bezüglich natürlicher Modalitäten

Mo, 15:15 - 16:45 in F304

Projektivismus ist die Lehre, dass sich verschiedene Merkmale der Realität nur als Projektion von Merkmalen unseres menschlichen Geistes verstehen lassen. Der Idealismus ist offensichtlich verwandt. David Hume gilt als paradigmatischer Projektivist. Kants transzendentaler Idealismus lässt sich auch darunter subsumieren. Die Position ist offensichtlich attraktiv und offensichtlich problematisch. Die Probleme fangen schon damit an, ob ‚Projektivismus‘ überhaupt eine glückliche Bezeichnung ist. Ersichtlich gewinnt die Position Substanz erst dadurch, dass man sagt, um welche Merkmale es denn gehen und wie man genau die vorgebliche Projektion genau verstehen soll. Hume wird dieser Projektivismus hinsichtlich der modalen und der moralischen Beschaffenheit der Welt unterstellt. Ich will mich im Seminar nur an die modalen Eigenschaften halten. Diese durchziehen unser Weltbild aber von Grund auf und fangen schon damit an, dass die Welt offenbar eine Welt voller Gegenstände ist. Im vergangenen Wintersemester habe ich mich diesbezüglich auf Wahrheit und metaphysische Notwendigkeit konzentriert. Das jetzige Seminar setzt das fort. Man kann jedoch auch neu und unabhängig darin einsteigen. Denn in diesem Semester soll es um den Projektivismus bzgl. Kausalität, Naturgesetzlichkeit und ggf. Wahrscheinlichkeit gehen. Und das sind ganz andere unabhängige Anwendungen. Wiederum liegt dem Seminar mein Aufsatz „How the Modalities Come into the World“, Erkenntnis 2017, zugrunde, und wiederum kann man diesen nur verstehen, wenn man seine reichen Bezüge mitstudiert. Das soll im Seminar geschehen.

Diese Veranstaltung ist als Hauptseminar konzipiert, aber bei entsprechenden Vorkenntnissen auch für BA-Hauptfach-Studierende ab dem 5. Semester geöffnet. Über die Zulassung entscheidet im Einzelfall der Dozent.

PD Dr. Tobias Henschen

KK4: Wissenschaftstheorie

Mi und Do, 11:45 bis 13:15 in G530

Was ist Wissenschaft, und was macht ihren besonderen Status aus? Was unterscheidet wissenschaftliche Erkenntnis von anderen Erkenntnisformen? Nach welchen Methoden verfährt die Wissenschaft, bzw. nach welchen sollte sie verfahren? Wie verhalten sich unterschiedliche Wissenschaften und die in ihnen aufgestellten Theorien zueinander, und was ist das Verhältnis von naturwissenschaftlichen und philosophischen Zugängen, beispielsweise zu Raum und Zeit? Diese Fragen spannen den Rahmen der Themen auf, die im Kernkurs Wissenschaftstheorie behandelt werden.
Der Kurs ist Teil des obligatorischen Studienprogramms im Bachelor-Hauptfachstudium Philosophie. Er eignet sich aber auch als Einführung in die Wissenschaftstheorie für Studierende anderer Studiengänge. Für die Teilnahme am Kurs gibt es keine formalen Voraussetzungen. Unerlässlich ist jedoch die Bereitschaft, sich aktiv am gesamten Kurs mit seinen unterschiedlichen Lehrformen – Vorlesung und Tutorium – zu beteiligen und sich intensiv mit dem behandelten Stoff auseinander zu setzen.
Der Vorlesungsanteil des Kurses bietet eine Übersicht über Themen, Fragestellungen und Positionen der Wissenschaftstheorie. Das Tutorium bietet darüber hinaus u.a. Hilfestellung bei der Erarbeitung eigener Beiträge und bei der Vorbereitung auf die Klausuren.
Leistungsnachweise: vier Übungsblätter, eine Zwischen- und eine Abschlussklausur.

 

HS: Philosophie der Sozialwissenschaften

Di, 17:00 bis 18:30 in F427

In den Sozialwissenschaften gibt es keinen oder wenig Konsens darüber, was ihre Methoden und Ziele sind; was Kausalität ist; wie soziale Phänomene zu erklären sind; was eine soziale Institution ist; welche grundlegenden Annahmen über soziale Individuen zu treffen sind etc. Diese Fragen stehen im Zentrum von Diskussionen, die in der Philosophie bereits seit einiger Zeit geführt werden. Im Seminar sollen diese Fragen ausgehend von Arbeiten diskutiert werden, die meistenteils in den letzten 20 Jahren entstanden sind. Diese Arbeiten betreffen auch neuere sozialwissenschaftliche Entwicklungen wie evolutionäre Spieltheorie und Akteurs-basierte Modellierungen.

Diese Veranstaltung ist als Hauptseminar konzipiert, aber bei entsprechenden Vorkenntnissen auch für BA-Hauptfach-Studierende ab dem 5. Semester geöffnet. Über die Zulassung entscheidet im Einzelfall der Dozent.

Dr. Eric Raidl

HS: Laplace: Philosophischer Versuch über die Wahrscheinlichkeit

Mi, 10:00 bis 11:30 

Die Einleitung dieses historisch zentralen Werks beinhaltet wohl eine der meist zitierten Passagen zum Determinismus und der Frage wie die Wahrscheinlichkeit in einer deterministischen Welt zu interpretieren sei. Darauf baut Laplace die sogenannte klassische Wahrscheinlichkeitstheorie auf. Auch wenn Laplace’s Prinzip der Indifferenz (oder vom unzureichenden Grund) und der unterliegende Determinismus heute viel umstritten sind, gibt uns das Buch einen tiefen Einblick in die Anfänge der Wahrscheinlichkeitstheorie und ihrer Interpretation. Das Werk enthält Ideen, mit denen sich die Philosophie der Wahrscheinlichkeit, die Statistik und allgemeine Anwendung der Wahrscheinlichkeit auch heute noch auseinandersetzen - z.B. der Zusammenhang von Wahrscheinlichkeit und Wetten, die Einschätzung der Fehlerabweichungen in Beobachtungen und probabilistische Illusionen. 
Das Seminar soll anhand von Laplace’s Werk an zentrale Begriffe der Wahrscheinlichkeitstheorie heranführen, darunter die Konditionale Wahrscheinlichkeit, Bayes‘ Theorem, Unabhängigkeitsannahmen, Erwartungswerte und Entscheidungstheorie, aber auch die Idee der Methode der kleinsten Quadrate und ihr Zusammenhang mit dem zentralen Grenzwertsatz. Diese wollen wir einerseits in den historischen Kontext einordnen, aber auch aus der heutigen Perspektive diskutieren. Als Hilfe werden wir, unter anderem, Auszüge aus Hacking’s The Taming of Chance lesen. 
Literatur: 
Pierre Simon Laplace: Philosophischer Versuch über die Wahrscheinlichkeit (1814).
Ian Hacking (1990): The Taming of Chance.

HS: Modallogik und ihre Anwendungen

Mi, 15:15 bis 16:45 in D435

zusammen mit Dr. Antje Rumberg

Modallogik im weiten Sinne ist die Logik der Möglichkeit und Notwendigkeit. Im engeren Sinne umfasst die Modallogik eine große Vielzahl logischer Systeme, denen unterschiedliche Modalitäten zugrunde liegen. Zum einen lassen sich verschiedene Arten von Möglichkeit und Notwendigkeit unterscheiden, wie beispielsweise doxastische, epistemische und deontische Möglichkeit und Notwendigkeit, woraus verschiedene modallogische Systeme für Glaube, Wissen und Müssen resultieren. Zum anderen fallen auch Logiken für Konditionale, Zeit, Intuitionismus und Beweisbarkeit sowie Transitionssysteme in der Automatentheorie etc. unter den Begriff der Modallogik.
Das Hauptseminar ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil ist den Grundlagen der aussagenlogischen Modallogik gewidmet. Hier sollen u.a. Kripke Rahmen und Modelle, Gültigkeit, Korrespondenztheorie, Ableitbarkeit, Korrektheit und Vollständigkeit eingeführt und besprochen werden. Im zweiten Teil werden wir uns einigen spezifischen Anwendungen der Modallogik in der Philosophie zuwenden. Hier sollen u.a. die Logik von Glaube und Wissen (in Multi-Agenten Systemen), Zeitlogik, kombinierte Zeit- und Modallogik und Konditionallogik behandelt werden. Auch wollen wir einen Blick auf die modale Prädikatenlogik werfen. Wenn Zeit und Interesse besteht, können noch weitere modallogische Systeme betrachtet werden.
Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet. Voraussetzung für den Erwerb eines Leistungsnachweises ist das erfolgreiche Bearbeiten von wöchentlichen Übungsblättern.