Bürgerliche Familie und Staat: Rousseau, Hegel, Humboldt

Wann
Donnerstag, 16. November 2017
18.15 – 19.45 Uhr

Wo
G 307

Veranstalter
Prof. Dr. Jacob Rosenthal

ReferentIn:
Prof. Dr. Friederike Kuster, Universität Konstanz/Universität Wuppertal

Diese Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Philosophisches Kolloquium“.

Hegel hat das bürgerliche Familienmodell im Rahmen seiner Systemphilosophie auf den Begriff gebracht. Seine Familienkonzeption markiert das Ende des komplexen Umbildungsprozesses der Gestalt des ‚ganzen Hauses‘ aristotelischer Provenienz zur bürgerlichen gefühlsgrundierten Familie. Die entscheidende Weichenstellung für die moderne Geschlechter- und Familienordnung hatte Rousseau vorgenommen. Darüberhinaus weist sein Verständnis der Familie als dem „kleinen Vaterland“ voraus auf die Konzeption von Familie und Staat als den beiden Sphären der Sittlichkeit in Hegels Rechtsphilosophie. Demgegenüber lässt das radikal individualistische Verständnis der Geschlechter- und Familienordnung im Rahmen der romantisch-liberalistischen Staatsidee Humboldts einen völlig anderen Zuschnitt erkennen. Durchgängig behauptet sich freilich in allen Entwürfen eine Korrespondenz der Sphären von Familie und Staat.