Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium (EPG)

Das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium (EPG) ist Teil der Ausbildung für das höhere Lehramt. Es soll die späteren Lehrpersonen befähigen, ethische Fragen, die sich im Zusammenhang mit ihren Fächern stellen, aufzugreifen, zu reflektieren und in ihre Unterrichtspraxis zu integrieren.

Mit dieser Ausrichtung ist das EPG innovativ und trifft bei Lehramtsstudierenden auf großes Interesse. In den Studienseminaren werden die erworbenen Kompetenzen aufgegriffen und für den dritten Teil der Lehramtsausbildung fruchtbar gemacht. Das EPG setzt innerhalb der Lehrerbildung Impulse zur Reflexion des eigenen Handelns, strahlt aber auch auf andere Studiengänge, die Hochschule insgesamt und die Forschung aus.

Profil und Organisation

Das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium besteht aus zwei Modulen:

  • Dem EPG-1-Modul, in dem sich Studierende in einem Proseminar mit grundlegenden Begriffen, Fragestellungen und Theorien der (philosophischen) Ethik vertraut machen; EPG-1-Veranstaltungen werden in der Regel vom Fachbereich Philosophie angeboten.
  • Dem EPG-2-Modul, das fachethisch und interdisziplinär ausgerichtet ist und ebenfalls aus einer Veranstaltung besteht. EPG-2-Veranstaltungen werden neben der Philosophie von den Lehramtsfächern angeboten.

Studierende, die EPG-2-Veranstaltungen besuchen, haben in der Regel das EPG-1-Modul bereits absolviert. In jedem Semester wird den Lehramtsstudierenden ein EPG-Programm angeboten mit einer ausreichenden Zahl von Lehrveranstaltungen in den Bereichen EPG 1 und EPG 2. Das EPG-Programm wird von der EPG-Koordinatorin erstellt; sie berät Studierende in allen Fragen, die das EPG betreffen.

Die Inhalte

Generell geht es bei EPG 1 nicht um „Moralinstruktion“. Ethik, verstanden als Reflexion der Moral, ist ein kognitives Unternehmen. EPG-1-Seminare vermitteln ethische Basiskompetenzen. Dementsprechend werden elementare Begriffe und Theorien ethischen Urteilens erarbeitet und Zusammenhänge zwischen Grundkonzepten ethischen Argumentierens und Handelns verfolgt. Konkrete ethische Problemstellungen fordern dazu heraus, das ethische Grundinstrumentarium anzuwenden und zu erproben.

EPG-2-Seminare sind fachethisch ausgerichtet. Sie thematisieren die Tatsache, dass die Fächer an Wissensbeständen arbeiten, die für die individuelle, gesellschaftliche und professionelle Handlungsorientierung bedeutsam sind. So eröffnet etwa Fachwissen häufig neue Handlungsoptionen und wirft damit ethische Fragen auf; es stellt Erkenntnisse bereit, die für die Reflexion, Kritik und Fortentwicklung individueller Zielsetzungen und gesellschaftlicher Normen relevant sind; schließlich gilt es auch die Praxis der Forschung und der Berufsausübung selber zu reflektieren - Stichwort „Professionsethik“.

EPG-2-Seminare zielen darauf, normative Fragestellungen explizit zu thematisieren und bei der Erarbeitung von Fachwissen kontinuierlich mitzuführen; es gilt, die angesprochenen Ebenen ethischer Reflexion immer wieder bewusst zu betreten und sich methodisch aufgeklärt auf ihnen zu bewegen. Aufgrund der interdisziplinären Ausrichtung von EPG 2 können Studierende EPG-2-Leistungsnachweise auch in Seminaren erwerben, die außerhalb der Fachbereiche ihrer eigenen Lehramtsfächer angeboten werden.

Scheine und Noten

Seit 2010 ist für LA-Studierende die Prüfungsordnung GymPo in Kraft. Gleichzeitig studieren einige wenige Lehramtsstudierende noch nach der vorangegangenen WPO von 2001. EPG betreffend verbindet sich mit den beiden Prüfungsordnungen ein Unterschied.

Für Studierende nach der alten WPO gilt: EPG-Studierende melden sich nicht über StudIS/ZEuS an. Die EPG-Leistungsnachweise werden auf Papier, i.e. ein spezielles Scheinformular, ausgestellt. Die Benotung erfolgt in halben Notenschritten.

Für Studierende nach GymPO gilt: Studierend melden sich über StudIS/ZEuS an; Leistungen und Noten werden über StudIS/ZEuS bescheinigt. Die Benotung erfolgt in Drittelschritten (x,0; x,3; x,7 etc. ).

Zum Wintersemester 2015/16 hat die Prüfungsordnung für das Lehramtstudium wiederum gewechselt. Die beiden EPG-Module sind in den Bachelor- und Masterstudiengängen im Lehramt nicht mehr enthalten. Stattdessen gibt es aus dem Fachbereich Philosophie das Wahlpflichtangebot „Praktisches Argumentieren“ und „Ethische Grundkompetenzen für den Lehrberuf“. Studierende erbringen hier eine unbenotete Studienleistung, keine benotete Prüfungsleistung.